Hütten-
sanierung

SAC Hütten-Kultur erhalten und erneuern

Zeitplan und Meilensteine

2024 Neueröffnung Carschina-Hütte
2022/23 Baubeginn Carschina-Hütte
2022 Baubeginn Coaz-Hütte, Neueröffnung
2021 Abnahme Bauprojekte durch GV SAC Rätia, Freigabe durch Präsidentenkonferenz SAC Schweiz
2020 Baueingabe/-Bewilligung
2019 Zustimmung Projektierungskredit durch GV SAC Rätia
2018 Machbarkeitsstudie
2017 Bauphysikalische Abklärungen

 

Erhaltung der einzigartigen Schweizer Bergkultur

1865 – also vor über 150 Jahren – bauten die Gründungsväter der SAC Sektion Rätia ihre erste Clubhütte (Silvrettahütte). 567 Franken kostete das Bauwerk und bot mit seinen 5.5x5.5 Meter Platz für 16 Personen. Die Zeiten der heimeligen Petrollampe und einem Heulager sind jedoch lange her. Heute erfüllen die SAC Hütten neben ihrer ursprünglichen Schutzhüttenfunktion viele weitere Aufgaben: Sie sind Ausflugsziele und Etappenorte für Wanderer, Familien, Naturfreunde oder Schulen. Sie ermöglichen ein spezielles Bergerlebnis, bringen jungen Menschen die Natur näher und sind zu einem gewichtigen Tourismusfaktor geworden. Die Hütten sind ein Aushängeschild des SAC und repräsentieren einen wesentlichen Teil des Schweizer Alpinismus.

In den vergangenen Jahren haben wir bedeutende finanzielle Mittel in den Unterhalt und die Erneuerung unserer Hütten investiert. Die anstehenden Sanierungen der Carschina und Coaz Hütten übersteigen jedoch unsere finanziellen Möglichkeiten. Bauliche Schäden, neue behördliche Auflagen betreffend Umweltschutz, Brandschutz und Lebensmittelverordnungen sowie veränderte Gästebedürfnisse erfordern ein dringendes Handeln. Für die notwendigen Erneuerungsarbeiten von rund 4.1 Millionen Franken fehlen uns noch rund eine Million Franken. Diese Finanzierungslücke möchten wir mit Spenden und Zuwendungen decken. Mit Ihrer Unterstützung ermöglichen Sie uns, einen wichtigen Teil der Schweizer Berghüttenkultur zu erneuern und zu erhalten.

 

Unsere stolzen Eschenmoser-Hütten

Wohl die meisten Bergsteiger und Wanderer in der Schweiz haben schon eine der typischen «Eschenmoser-Hütten» besucht. Mit seinen vielen eigenwilligen Bauten hat Jakob Eschenmoser den SAC-Clubhüttenbau der 1950er- bis 1980er Jahre geprägt wie kein anderer.

Die kristalline, aus praktischen und ästhetischen Überlegungen abgeleitete Form wurde zum wesentlichen Merkmal seiner Hüttenarchitektur. Die polygonalen Grundrisse boten dabei mehr Raum als rechteckige Grundrisse. Mit den Materialien vor Ort und der Formgebung gelang es ihm, die Hütten bestens in die Landschaft zu integrieren. Auch unsere beiden Hütten Carschina und Coaz sind Werke Eschenmosers.

 

Dringender Sanierungsbedarf und neue Auflagen der Behörden

Die Carschina- und die Coazhütte sind sehr solide gebaut worden, trotzdem nagt der Zahn der Zeit an ihnen. Eindringendes Wasser, Feuchtigkeit, Alterung tragender Elemente sowie die behördlichen Auflagen an einen modernen Gastbetrieb machen ihnen zu schaffen. Eine Gesamtsanierung der beiden Hütten ist unumgänglich.

Beide Hütten weisen betrieblich grössere strukturelle Mängel auf. Die Versorgung und Entsorgung sind unbefriedigend und die sanitären Einrichtungen sind rudimentär. Mit einer Optimierung der bestehenden Bausubstanz wird die Hütteninfrastruktur sowie das Hüttenangebot den aktuellen Gästebedürfnissen angepasst. Die Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für das Hüttenwartteam werden zeitgerecht gestaltet.

In der Gaststube soll zudem für jeden Schlafplatz ein Sitzplatz zur Verfügung stehen. Das Essen in Schichten aus Platzgründen soll der Vergangenheit angehören. Mehr Platz erhalten auch die Küchen und die Vorratsräume. Bei den WC-Anlagen und den Waschräumen wird nicht nur die Situation für den Gast verbessert, sondern auch für die Natur. Eine umweltfreundliche Abwasserentsorgung sowie eine effizientere Energienutzung schonen die Umgebung und das Klima.

Die feuerpolizeilichen Auflagen machen es erforderlich, dass die Fluchtwege neugestaltet werden müssen, was nur auf Kosten von Schlafplätzen geht.

 

Bauen im Gebirge ist teuer

Die abgeschiedene Lage der SAC Hütten im Hochgebirge machen Bauarbeiten teurer als im Tal. Eigenheiten wie die komplett autarke Energieversorgung oder eine zeitgemässe sanitarische Einrichtung und nicht zuletzt der Transport, welcher oft nur über die Luft erfolgen kann, sind dafür hauptverantwortlich.

Bei SAC-Hütten, die über Wanderwege gut erreichbar sind, spielen Tagesgäste neben den übernachtenden Gästen eine wichtige Rolle. Sie alle erwarten komplette und vielseitige Menüs. Das erfordert eine entsprechende Kücheninfrastruktur und die Sicherstellung, dass die Kühlkette garantiert ist. Dies braucht Strom, welcher nicht vom öffentlichen Netz bezogen werden kann.

Mit komplexen Trenn- und Lagerungssystemen muss eine umweltfreundliche Entsorgung des Abwassers garantiert werden. Weil die Hütten nicht an ein Kanalisationsnetz angeschlossen werden können, müssen die Abwasser getrennt gefasst und behandelt werden. Es kommen Trockentoiletten zum Einsatz und die Fäkalienräume werden zu Komposträume umfunktioniert. Diese Anlagen sind teuer in der Beschaffung und erfordern einen grossen Betriebs- und Wartungsaufwand.

Aufgrund der geografischen Lage der Hütten sind auch die Transportkosten deutlich höher als im Tal. Das Beliefern von Baumaterialien kann oftmals nur via Luftweg (Helikopter) erfolgen. Nicht zuletzt ist auch die Erreichbarkeit für die Arbeiter deutlich erschwert, was sich insbesondere in langen An- und Abreisezeiten niederschlägt.

 

Investitionen in die Zukunft

Die Investitionen stellen den Betrieb der Hütten für kommende Generationen sicher. Die Umlage der Sanierungskosten auf die Gäste ist nur bedingt möglich.

Die Möglichkeiten einer Refinanzierung aller Kosten nur über die Einnahmen der Hütten sind begrenzt. Deshalb sind wir auf Spenden und Zuwendungen angewiesen. Bund und Kanton ermöglichen uns eine Teilfinanzierung von rund einem Drittel über einen NRP-Kredit (Neue Regionalpolitik) und der SAC Hüttenfonds Schweiz finanziert ein weiteres Drittel. Der Rest teilt sich auf in Eigenmittel der Sektion Rätia sowie Spenden und Zuwendungen.

 

Finanzierungsplan

Kosten * Baukosten   CHF 4'004'400
  Coazütte   CHF 2'019'400
  Carschinahütte   CHF 1'985'000
Finanzierung Subventionen und Drittbeträge ** CHF 1'301'210  
  Hüttenfonds SAC-Schweiz CHF 1'382'378  
  Eigenmittel SAC Rätia CHF 300'000  
  Finanzierungsmöglichkeit CHF 2'983'588  
Finanzierungslücke     CHF 1'020'812

* Kostengenauigkeit aus Vorprojekt +/- 15%
** NRP Bund, Kanton

 

Unsere Mitglieder fassen mit an

Ohne die Freiwilligenarbeit und das grosse Engagement zahlreicher Mitglieder gäbe es die Sektion Rätia in der heutigen Form nicht. Sei dies beim Tourenprogramm, den Ausbildungen, der Rettung oder eben in der Mithilfe bei anstehenden Arbeiten auf unseren Hütten. Überall sind die fleissigen Hände mit dabei und fassen mit an.

So zum Beispiel vor zwei Jahren in der Coazhütte. Oft muss das Wasser von weither gefasst und zur Hütte geführt werden. Für diese Arbeiten braucht es Kraft und Fachwissen. Anstatt den Piz Glüschaint oder den Piz Roseg zu besteigen, tauschten unsere Mitglieder ihren Bergpickel mit den Baupickel. Sie verlegten eine neue Wasserleitung von der rund 130 Meter entfernten Quellfassung in die Coazhütte und sicherten so einen hygienisch einwandfreien Betrieb für die Gäste und das Hüttenwart-Team.

Auch finanziell beteiligen sich alle Mitglieder der Sektion am Erhalt und der Erneuerung ihrer Hütten. So fliesst ein grosser Teil der jährlichen Mittel in den Hüttenfonds, der ausschliesslich dazu dient, Renovationen und Sanierungen zu finanzieren.

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